
Ob liegend, sitzen oder hockend. In dieser Lebensphase organisiert sich die neuronale Vernetzung im Gehirn. Dazu braucht es ständig muskuläre Impulse. Kinder müssen sich also bewegen, damit sie sich gesund entwickeln. In einer digitalen Welt, in der Kinder immer mehr mit smarten Geräten arbeiten, sollten wir verstärkt darauf achten, sie in ihrer Bewegung zusätzlich zu animieren.
Wie fördert bodennahes Lernen die Bewegung von Kindern?
Liegen, sitzen oder hocken Kinder auf dem Boden, ist es für sie die beste Möglichkeit, ihre Körperpositionen intuitiv und bedarfsgerecht zu verändern. Der Positionsvielfalt sind keine Grenzen gesetzt, in der Kinder gleichzeitig zuhören oder lesen können. Also auch den Erklärungen eines Lehrers folgen können.
Sitzen sie hingegen auf einem Stuhl an einem Tisch, sind die Optionen, ihre Position zu verändern, eingeschränkt. Eine starre Sitzfläche auf Stühlen ist wenig entwicklungsgerecht. Beine überschlagen, Schneidersitz oder Kippeln – mehr Möglichkeiten haben Kinder darauf nicht.

Lernen Grundschüler allerdings auf dem Boden, ist es ihnen freigestellt, wie sie sich dabei bewegen. So stehen ihnen zahlreiche Optionen offen:
• Auf dem Rücken liegend
• Bäuchlings liegend
• In der Hocke
• Sitzend
• Kniend
• Im Schneidersitz sitzend
• Seitlich liegend
• Und vieles mehr
Unterstützung von Entwicklungsprozessen in der Kindheit
Wechselnde Körperhaltungen, darunter auch solche auf dem Boden, sind für eine gesunde Entwicklung des heranwachsenden Organismus wichtig, genauso wie andere kindgerechte Verhaltensweisen. Dazu zählen etwa Klettern oder Balancieren.
Gerade zu Beginn der Schulzeit, also zwischen dem 5. und dem 7. Lebensjahr, wachsen Knochen häufig schneller als die Muskulatur. Der Körper ist in einer sensiblen Phase, in der durch falsche Haltungen oder zu wenig Bewegung Haltungsschäden oder Entwicklungsprobleme entstehen können. Durch bodennahes Lernen können wir den Bewegungsdrang der Kinder spielerisch fördern. Wechseln die Kinder ihre Haltung immer wieder, stärken sie so automatisch den Bewegungsapparat. Das Dauersitzen auf hohen Stühlen mit einer starren Sitzfläche ist in diesem Altern hingegen alles andere als entwicklungsgerecht. Zusammengefasst unterstützt bodennahes Lernen bei Kindern zwei wichtige Aspekte:
• Gesunde körperliche Entwicklung
• Aktiver geistiger Entwicklungsprozess
Ebenfalls nicht zu vernachlässigen: Sind Kinder aktiver, sinkt die Gefahr, dass sie übergewichtig werden. Natürliche Bewegungsabläufe, die wir in den Alltag integrieren, stehen in direkter Verbindung zu einem gesunden Körper.




„Kinder haben ein großes Bedürfnis nach Bewegung, wissen intuitiv, was ihr Körper braucht und reagieren entsprechend, wenn wir das zulassen.”
Bewegungsexperte Dr. Josef Watschinger

Spiegel der Evolution: Vom Krabbeln zum Laufen
Bodennahes Lernen hilft den Kindern nicht nur bei der Entwicklung ihres Gehirns und ihrer Haltung. Es spiegelt die Evolution der Menschheit wider. Im Reifungsprozess des Menschen durchlaufen wir noch einmal komprimiert die Entwicklungsgeschichte.
Wenn sich Kleinkinder etwa gegen Ende des ersten Lebensjahres aufrichten, entspricht dies der Aufrichtung vom Vierfüßler zum Zweifüßler. Dieser große Evolutionssprung ist bereits über sechs Millionen Jahren alt und wird von unserem Nachwuchs in der Entwicklung nachgeahmt.
Einfache Bodenarbeitsübungen: Spielerisch lernen
Grundschüler können sich meistens nur 20 Minuten am Stück auf ein Thema konzentrieren. Danach werden viele Kinder automatisch unruhig. Diesem beugen wir mit bodennahem Lernen vor, denn hier dürfen sich die Schüler bewegen:
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