
Ins Lernen eintauchen
Das immersive Lernhaus miri steht seit März 2026 im Kulturforum Hanau. Kinder und Jugendliche können sich hier auf virtuelle Lernreisen begeben. Was bringt das fürs Lernen? Ein Beitrag von Ralf Schlosser, Leiter MINT-Bildung der Kathinka-Platzhoff-Stiftung.
Bildung neu denken
Die Kathinka-Platzhoff-Stiftung versteht sich als zukunftsorientierte Wegbegleiterin für Menschen aller Generationen in Hanau. Ein Förderschwerpunkt ist die MINT-Bildung für Kinder und Jugendliche: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Wir haben uns dabei auf die Fahnen geschrieben, Bildung neu zu denken. Deshalb suchen wir immer wieder nach innovativen Formaten – wie dem Lernhaus miri, das bei uns Kathinkas virtuelle Welten heißt. Mit seinem immersiven Ansatz lässt es die Lernenden in das jeweilige Thema regelrecht eintauchen und macht Inhalte direkt begreifbar. So erreichen wir auch diejenigen, die im ersten Moment mit MINT-Bildung vielleicht nichts am Hut haben.

Foto: Medienzentrum Hanau
Foto: Medienzentrum Hanau
Foto: Medienzentrum Hanau
Wer darf den immersiven Lernraum nutzen?
Miri steht bei uns nicht hinter Schultüren, sondern mitten im Hanauer Kulturforum, unserer Stadtbibliothek. Das ist keine typische Bücherei mit Flüstergebot, sondern ein äußerst lebendiger Ort, wo man laut sprechen und auch mal rumtoben darf. Hier begegnen sich wirklich alle: Familien, Kinder, Jugendliche, Erwachsene. Miri befindet sich eingangsnah im zweiten Stock. Wer die Treppe hochkommt, steht schon mittendrin.
Wie sieht das Nutzungskonzept aus?
Unser Konzept hat drei Säulen:
- Zum einen steht miri während der Öffnungszeiten allen offen – ohne Anmeldung, ohne Begleitung. Man betritt den Raum, wählt eine Lernreise und startet. Alle Lernreisen verknüpfen übrigens bewusst digitale Elemente mit der analogen Welt der Bibliothek – zwei Perspektiven auf ein Thema schaffen mehr Tiefe.
In der einen Lernreise begleitet die Robbe Kari die Kinder auf dem Weg des Mülls – von der Kinzig bis zur Nordsee. Das Thema ist Kreislaufwirtschaft und Umweltschutz. In der anderen Reise geht es um „Mein digitales Ich und ich“. Avatare zeigen Kindern, was im Netz geschieht, wenn sie sich darin bewegen, und welche Spuren sie dort hinterlassen. Ein weiteres Thema entwickeln wir gemeinsam mit der Community.
- Die zweite Säule sind betreute Workshops für Grundschulklassen. Auch hier verbinden wir immersive digitale Erfahrungen mit den analogen Möglichkeiten der Bibliothek.
- Und als Drittes wollen wir Inhalte für miri gemeinsam mit anderen Bildungsakteuren in Hanau entwickeln, etwa mit Lehrkräften, dem Umweltzentrum oder dem Medienzentrum Hanau. Wir haben eine Schullizenz der Software ThingLink erworben. Damit lassen sich Inhalte für die 270-Grad-Projektion von miri sehr einfach erstellen. miri ist unser Beitrag zu einer Bildung, die einlädt und die Türen für alle weit öffnet.
Kathinkas neue Welt – vom Aufbau zur Eröffnung
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