
Was steckt hinter den 21 Billionen?
Die Bildungsministerinnen von Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg haben Anfang 2025 parteiübergreifend messbare Bildungsziele formuliert. Bis 2035 soll
- die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik verfehlen, halbiert werden,
- der Anteil derjenigen, die Regelstandards erreichen oder übertreffen, um 20 Prozent steigen,
- der Anteil der Leistungsspitze – also derjenigen, die die Optimalstandards erreichen – um 30 Prozent wachsen.
Die ifo-Forschenden haben berechnet, welche wirtschaftlichen Effekte diese Fortschritte hätten. Dabei sind sie von der Lebenserwartung eines heute geborenen Kindes ausgegangen, also von etwa 80 Jahre. Die Dauer des Erwerbslebens beträgt in dem Modell 40 Jahre. Das Ergebnis: ein Plus von 20,9 Billionen Euro beim Bruttoinlandsprodukt.

Bildung als Wachstumsmotor
Im Jahr 2105 läge das BIP deshalb um 41 Prozent höher als ohne Reform.

Alle Bundesländer profitieren
Alle Länder gewinnen, unterschiedlich stark. In absoluten Zahlen führen die bevölkerungsreichsten Länder: Nordrhein-Westfalen mit 4,9, Baden-Württemberg mit 3,0 und Bayern mit 2,8 Billionen Euro.
Relativ gesehen profitieren besonders die Bundesländer, in denen die aktuellen Schülerleistungen am niedrigsten sind. In Bremen entspräche der Zuwachs dem 7,6-Fachen des heutigen BIP und in Berlin dem 6,4-Fachen. Selbst in Bayern, wo die Schülerleistungen bereits vergleichsweise hoch sind, läge der Gewinn noch beim 3,5-Fachen.
Eine Investition, die sich lohnt
Bildung schafft Chancen und Wohlstand, verdeutlicht die Studie. Jeder Euro, der heute in bessere Bildung fließt, zahlt sich morgen vielfach aus: in Form von höherer Produktivität, mehr Innovation und nachhaltigem Wachstum.
Quelle:
Werkmeister, K. und Wößmann, L. (2025), Volkswirtschaftliche Erträge besserer Bildung – Projektionen aktueller Bildungsziele für Deutschland und die Bundesländer, ifo Schnelldienst digital 25/2025

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